Geschichtsexpedition an Ruhr, Rhein und Wupper


Schwebebahn
Mein letzter Kurztrip war geprägt von geschichtsträchtigen Bauten und Kulturdenkmälern der Industrialisierung und des Bergbaus. Ich war unterwegs auf einer kleinen Geschichtsexpedition entlang der Ruhr, des Rheines und der Wupper. Eine Reise die ich mit meinen Kindern schon länger vor hatte.

Unsere erste Etappe führte uns dabei entlang der Wupper mit der Schwebebahn. Die Wupper fließt rund 20 km durch das teils steile Wuppertal quer durch die Stadt Wuppertal. Wuppertal gilt mit einem Grünflächenanteil von mehr als einem Drittel als Deutschlands grünste Großstadt.  Die südlichen Stadtteile gehen in die Wiesen und Wälder des Bergischen Landes über. Die Stadt Wuppertal hat viele große Villenviertel und Wohnhäusern aus der Gründerzeit.Villa Hügel Sie wird auch als „Wiege der Industrialisierung in Deutschland“  bezeichnet und es gibt im Stadtgebiet 4500 Baudenkmäler zu bewundern. Es gibt also kaum einen besseren Ort in Deutschland, um sich die Anfänge der Industrialisierung und die Architektur der Gründerzeit anzusehen. Dennoch war für meine Kinder (und mich) die Schwebebahn das faszinierendste an Wuppertal.

Die zweite Etappe ging über die Grenze des Bergischen Landes ins Ruhrgebiet nach Essen zur Villa Hügel. Sie wurde 1873 von Alfred Krupp als Wohn- und Repräsentationshaus errichtet und von hier aus leitete die Familie Krupp die Geschicke der gleichnamigen Firma über mehrere Generationen. Die Villa hat 269 Räume, 8100 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche und liegt im 28 Hektar großen Hügelpark. Heute ist in Villa Hügel das Krupp-Museum zur Firmengeschichte untergebracht.

Maschinenhalle

Man erfährt an diesem Ort also vieles über die Zeit der Industrialisierung und die daraus resultierenden Folgen für Deutschland. Die Geschichte der Familiendynastie Krupp und ihrer gleichnamigen Firma ist von Höhen, Tiefen und nicht zu letzt von wirtschaftlichen Interessen geprägt und steht Beispielhaft für einen großen Teil der Industrialisierung in Deutschland. Viele revolutionäre Erfindungen für die Schwerindustrie ohne die unser Leben heute nicht so komfortabel wäre wurden von der Krupp Gussstahlfabrik gemacht. Gleichzeitig war diese aber auch Deutschlands größtes Rüstungsunternehmen, dass dadurch tief in beide Weltkriege verstrickt war.

Bei der dritten und letzten Etappe schauten wir uns die Industrialisierung aus Sicht der einfachen Arbeiter an. Foerderturm Wir besichtigten das Industriemuseum Zeche Zollern. Die Zeche Zollern 2/4 entstand zwischen 1898 und 1904 als Musterzeche. Sie gehört heute zu den architektonisch beeindruckensten Bergwerksanlagen des Ruhrgebietes, da viele der Gebäude und die Schachtanlage insgesamt jahrzehntelang ohne größere Veränderungen geblieben sind. Nur einzelne und kleinere Teile der Anlage sind abgerissen oder modernisiert worden. Ansonsten wurden lediglich die beiden originalen Fördergerüste in den Jahren von 1986 bis 1988 durch zwei Gerüste anderer Zechen ersetzt. Diese sind jedoch baugleich und haben das Aussehen somit nicht verändert. Es gibt unter anderem eine beeindruckende Maschinenhalle die teilweise im Jugendstiel erbaut ist zu sehen. Neben den Gebäuden kann in dem Museum aber auch der ehemalige Zechenbahnhof und die Kohleverladestation besichtigt werden. Außerdem gibt es ein begehbares Fördergerüst und in einer Ausstellung wird die Sozial- und Kulturgeschichte des Ruhrgebiets anschaulich für Kinder und Erwachsene erklärt. Abgerundet wird das ganze mit einem speziellen Angebot für Kinder. Damit diese nicht von zu viel Theorie erschlagen werden, gibt es einen museumspädagogischen Erlebnisraum und einen Spielplatz. Der Besuch in dem Museum war ein würdiger Abschluss und das eindeutige Highlight auf unserer kleinen Geschichtsexpedition. Der Kurztrip hat aber insgesamt einen großen Spaß gemacht und ich werde zukünftig weitere solche Reisen mit meinen Kindern unternehmen.

Foerderturm 2

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